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Kapitel aus der Geschichte Lendvas
Um unsere Vergangenheit kennenlernen zu können, bedarf es Anhaltspunkte und das Hervorrufen von wichtigeren geschichtlichen Ereignissen. Auf Lendva bezogen sind wir in eine einfache Lage, da wir mit stolz feststellen können, dass die Stadt und ihre Umgebung bereits seit der Zeit des Neolithikum bevölkert ist.
Basierend auf den archäologischen Fundstücken kann darauf geschlossen werden, dass bereits 2500 Jahre vor Christus, eine größere Gruppe von Menschen auf dem Gebiet von Lendva lebte. Die ersten Bewohner gelangten in der Zeit der Indoeuropäischen Völkerwanderung aus östlicher Richtung auf dem Gebiet. Die Fundstücke verdeutlichen die allgemein bekannte Erkenntnis, dass in der Bronzezeit zwei-drei Siedlungsstrukturen im engeren Umfeld Lendvas existierten.
Die Provinz Pannonien wurde in 14 unserer Zeitrechnung ins Römische Reich eingegliedert. Seitdem kreuzen das Gebiet bedeutende Routen. Im Zusammenhang mit der Römischen Ära ist die Angabe einer Station Lygano als militärischer Stützpunkt zu erwähnen, dass in einem Werk eines unbekannten Geografen erschien, das die Siedlungen in der Umgebung aufzählt. Nach der geographischen Platzierung ist es vorstellbar, dass die Bezeichnung, die in der Region Lendva bestehende Siedlung bei der Bernsteinstraße markiert.
Es ist zu vermuten, dass für die Region Lendva seit dem 6. Jahrhundert nach unserer Zeitrechnung konstant die Multinationalität kennzeichnend war. Zuerst sind Germanische und Slawische Stämme in dem Gebiet eingetroffen; später geriet das Gebiet – als Randbereich – unter der Kontrolle der Awaren. Die meisten Historiker peilen für die Inbesitznahme der Gebiete westlich des Balaton durch die Ungarn das erste Jahrzehnt des 10. Jahrhunderts an. Das heutige Gebiet des Muravidék (Übermurgebiet) bildete in dieser Zeit jedoch keinen direkten Teil der ungarischen Staatsverwaltung, sondern war bis zur Zeit König Stephans I. des Heiligen, Teil einer aus militärischer Hinsicht wichtigen Verteidigungslinie, die Gyepű (Grenzmark) oder Gyepűelve bezeichnet wurde. Innerhalb dieser Verteidigungszone und an der heutigen Katastergrenze Lendvas existierte gewiss eine Siedlung, da die Einwohner des Gebiets durch den Hügeln des Lendva-hegy, den Fluss Mur, sowie von dem sumpfigen Moorgebiet auf einem Landstrich lebten, der von allen Seiten abgeschirmt, als gut zu verteidigen galt. Die Siedlung, die sich zu einer bedeutenden Stadt (Lat.: oppidum) der Umgebung entwickelte, hat bis zum 14. Jahrhundert ungarischen Charakter erhalten.
Für die mittelalterliche Entwicklung Lendvas ist die Rolle der Familie Bánffy bestimmend, die als einer der angesehensten Adelsfamilien Ungarns in Alsólendva zur Bekanntheit gelang. Gemäß der inoffiziellen Charta des ungarischen Königs Ladislaus IV., schenkte er die Burgen Alsólendva und Nemthy (Lenti) mit den ähnlichen und dazugehörenden Städten und Gütern dem Sohn Stephans, der Sohn des einstigen kroatischen Bans Hahold war. Das Hahold Geschlecht war deutschen Ursprungs, und nahm später den Namen Bánffy an. Unter der 350 Jahre andauernden Herrschaft der Bánffys, erreichte die mittelalterliche Lendva den Höhepunkt ihrer Entwicklung. Die vornehme Familie hat neben der Geltendmachung ihrer Rechte als Großgutsbesitzer auch als Mäzen fungiert. Die Bánffys hatten einen Löwenanteil an dem Prozess, in welchem die vergleichbar unscheinbare Siedlung von der Niederlassung der Ungarn beginnend, bis zum Ende des 16. Jahrhunderts sich zu einem wichtigen Handels- und Kulturzentrum des umliegenden geographischen Gebietes avancierte. Die ranghöchsten Mitglieder der Familie brachten es bis zu den höchsten Staatsämtern in dem ungarischen Machtsystem. Sie waren unter anderem erbliche Landvogte der Komitat Zala, kroatische Bane sowie hohe staatliche Würdenträger (Mundschenke, Schatzmeister, Türhüter, Hofrichter, Bischöfe usw.), einmal gerieten sie außerdem im Besitz des Titels des Palatin.
Wichtig zu erwähnen ist, dass Ludwig I. der Große, Alsólendva 1366 mit demselben Marktrecht ausstattete wie seiner Zeit die Stadt Buda es innehatte. Die Stadt verfügte über ein selbstständiges Gericht, was in Fällen von zivilen Missständen und bei kleineren Delikten Gewerbetreibende, Handwerker und Innungen betreffend verfuhr. Verhältnismäßig früh wurde bereits eine Schule mit Unterstufe in der Stadt gegründet. Ab dem Anfang des 15. Jahrhunderts bezeichnete man die Siedlung regelmäßig als Alsólendva, gewiss auch deshalb, um eine Unterscheidung zu dem 45 km in nordwestlicher Richtung entfernt, im Komitat Vas liegenden Felsőlendva herzustellen. Von den weiteren Namensvarianten nennen wir hier noch die folgende: Lindolveschiricun, Lindau, Lyndva, Alsólindva.
Die Familie Bánffy hat im Zeitalter der Reformation eine wichtige Rolle als Mäzen auf dem Gebiet der Kultur eingenommen, operierte doch unter ihrer Schirmherrschaft die charakteristische Druckerei von Hoffhalter, in welchem auch – auf dem Gebiet des heutigen Slowenien nach unserem Wissen am frühesten überhaupt – drei bedeutende Bücher, dem Beistand des Predigers György Kultsár sei Dank in ungarischer Sprache gedruckt wurden. Der Hof der Bánffys zählte zu den maßgeblichen literarischen und intellektuellen Werkstätten im westpannonischen Raum, wo mehrere namhafte Literaten verkehrten. Auf mehreren Quellen basierend kann die Behauptung geäußert werden, dass die Türken 1580 sich bereits um den Gebiet von Lendva herumtrieben. Die Burg von Lendva, um den herum bis dahin der neue Stadtkern ausgebaut wurde, zählte nach dem Fall von Kanizsa zu den wichtigen militärischen Stützpunkten, wurde somit zu einer bedeutenden Grenzfestung der ersten Verteidigungslinie. Die Angriffe der türkischen Truppen waren aus dem Blickwinkel der Aggressoren betrachtet zu meist nicht von Erfolg gekrönt, die Burg konnte nicht eingenommen werden. Das Jahr 1603 war die türkischen Einbrüche betreffend das beschwerlichste. Wir haben über gleich zwei größeren Anfällen Kunde. Es wird angenommen, dass die Türken den Ersten Überfall am Dreikönigstag begannen, als das 1000-köpfige Heer, Bánffy eine Überraschung zu bescheren gedenkte.
Der Angriff konnte auch in diesem Fall abgewehrt werden. Die zweite, viel umfassendere türkische Invasion ereignete sich am 14. Oktober und hat etliche Todesopfer gefordert. Der Erfolg gehörte jedoch erneut den Verteidigern und der Stadt. Die sterblichen Überreste der Gefallenen hat Kristóf Bánffy – der letzte beachtenswerte männliche Mitglied der Bánffy Dynastie – auf dem Hügel über der Burg begraben lassen. Der Knochenfunde halber nennt die Nachwelt den Schauplatz „Csontos“ („Knochig“).
Nach dem Aussterben der Familie Bánffy (1644) haben die Nádasdys für eine kurze Zeit das Gut von Lendva über die weibliche Linie geerbt. Den Nádasdys folgend fiel der Landbesitz wieder auf dem König zurück und gelangte später in den Familienbesitz der Esterházys. Nach der Blütezeit der Bánffy-Epoche, war Zweihundert Jahre lang für die Region grundsätzlich der Rückschritt kennzeichnend.
Die Entwicklung von Lendva und ihre Umgebung erhielt erst Mitte des 19. Jahrhunderts wieder bedeutenderen Anstoß. Erwähnenswert ist, dass 1846 das baufällige Gebäude der Schule abgerissen wurde und eine neue Schule an seiner Stelle errichtet wurde. Des Weiteren wichtig ist, dass 1846 eine Apotheke in Lendva eröffnet wurde. Durchgreifende Veränderungen geschahen nach dem Österreichisch-Ungarischen Ausgleich – also ab 1867 – als mit der Verstärkung der Rolle des Bürgertums sich die Entwicklung der Stadt beschleunigte.
Damals erhielt die Stadt seinen Amtsgericht, Bezirksgericht, Grundbuchamt und Notariat. Hinsichtlich des wirtschaftlichen Aufschwunges gilt es als bedeutendes Ereignis, dass 1873 eine Sparkasse in Alsólendva eröffnet wurde, gleichzeitig wurden zahlreiche Vereinigungen gegründet, was die zunehmende Wirkung des Bürgertums und die Verbesserung der Lebensqualität widerspiegelt.
Zahlreiche Intellektuelle und Fachleute zogen nach Lendva, unter anderem Juristen, Lehrer, Wirtschaftsspezialisten, Ärzte, Pharmazeuten, Ingenieure und weitere, die neben der Ausübung ihrer Berufe auch Verwaltungsaufgaben sowie gemeinschaftliche Dienste wahrnahmen. Für den Wirtschaftsstandort war die Errichtung mehrerer industrieller Anlagen (Mühle, Ziegelei, Textilbetrieb usw.), insbesondere die Eröffnung der Hungária Schirmfabrik von Bedeutung. In dem behandelten Zeitraum zog eine bedeutende Anzahl Kaufleute und Gewerbetreibende jüdischer Herkunft in die Stadt, die ebenfalls einen Beitrag zu der bürgerlichen Entwicklung leisteten. Seit den 80-er Jahren des 19. Jahrhundert betätigte sich ein Lesezirkel und ein Feuerwehrverein in Alsólendva, sowie eine Vereinigung für Reblausbekämpfung und ein Gemeinnütziger Frauenverein, später öffnete eine Spielbank seine Türen, ab der Jahrhundertwende bildete sich dann ein Chor und mehrere Sportvereine.
Als Besonderheit ist zu erwähnen, dass der Fußballverein von Alsólendva, als erster solcher Klub auf dem Gebiet des heutigen Slowenien gegründet wurde. Für die allgemeine kulturelle Entwicklung der Region Lendva und ihres Bürgertums war die seit 1889 wöchentlich und zeitweise unter verschiedenen Namen erscheinendes Blatt Alsólendvai Hiradó („Alsólendvaer Nachrichten“) besonders wichtig.
Der Erste Weltkrieg markierte einen Wendepunkt im Leben der Region um Lendva, das Gebiet wurde 1919 dem neuentstandenen Jugoslawenstaat angegliedert. Abgesehen von den politischen Veränderungen, ist es aus wirtschaftlicher Hinsicht wichtig zu verdeutlichen, dass die intensive Entwicklung einen Dämpfer erhielt. Von einigen positiven Unternehmen abgesehen, war für das Gebiet zwischen den beiden Weltkriegen die Verunsicherung und Geschlossenheit bezeichnend.
Den Zweiten Weltkrieg folgend war das Aufblühen der Erdöl- und Erdgasförderung für die breitere Region von Bedeutung. Ab den Siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts begann im Raum Lendva ein – aus wirtschaftlicher Sicht – günstigeres Zeitalter. In dieser Zeit wurden einige wichtigere industrielle Anlagen angelegt und grundlegende infrastrukturelle Investitionen getätigt. Der Prozess läuft – mit positiven sowie negativen Ausschlägen gleichermaßen – gegenwärtig weiter. In den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts und noch intensiver seit der Unabhängigkeit Sloweniens war das Einrichten mehrere – ungarisch-nationale, sowie allgemeine – kulturelle Institutionen grundlegend, den Weg dazu ebnend, dass die gemütliche Kleinstadt bis zur Jahrtausendwende sich zu eines der bestimmenden Bildungszentren der breiteren geographischen Region entwickeln konnte.
Die kurze Geschichte der Juden und der Synagoge von Lendva
Gewerbetreibende und Händler mit jüdischer Abstammung siedelten sich ab dem Widerruf der wirtschaftlichen Maßnahmen des Joseph II. in Lendva und dem heutigen Muravidék an. Die Mitglieder der genannten Gemeinde waren anfänglich im Handwerk tätig, während sie in der Zeit des Dualismus hauptsächlich den Beruf des Händlers ausübten. 1896 lebten in Alsólendva 47 jüdische Familien, mit etwa 234 Familienmitgliedern. Sie waren größtenteils Ärzte, Händler, Juristen und Beamte. Nach dem Ersten Weltkrieg, als anschließend die Region zu dem neuentstandenen Staat der Jugoslawen angegliedert wurde, wanderten die meisten jüdischen Familien der Umgebung nach Ungarn ab. Zur Zeit des II. Weltkrieges begann bedauerlicherweise auch hier die Verfolgung der Juden, und es wurden 220 Juden in der Region interniert. Von den Verschleppten kehrten lediglich 18 Personen nach Hause zurück. Zusammenfassend ist die Erwähnung der Tatsache wichtig, dass die Bürger jüdischer Abstammung eine bedeutende Rolle in der Wahrung des ungarischen Bewusstseins und Bildung spielten, sowie maßgeblich zu der Entfaltung der Schirmfabrik, der Strickerei, der Ziegelei und des Druckwesens beitrugen.
Die israelitische Kirche von Lendva wahrt auch in dieser Region die Erinnerung an das Judentum. Die Synagoge steht bis heute und ist neben dem in Maribor, das einzige Gebäude dieser Art auf dem heutigen Gebiet Sloweniens. Die jüdische Glaubensgemeinschaft von Lendva formte sich 1837, hat ihre Zeremonien anfänglich jedoch in einem Mietgebäude abhalten müssen. Das Gebäude der Synagoge – die heute als Stätte für kulturelle Veranstaltungen dient –fasste einst 80 Sitzplätze für Männer und 60 Plätze für Frauen auf der Empore. Heutzutage schmücken lediglich sechs gefurchte Säulen das Innere des Gebäudes die mit korinthischen Kapitellen versehen sind und als Halterung der Empore fungieren. Von der Originalausstattung ist nur die Uhr übrig geblieben.
Der größte jüdische Friedhof auf dem heutigen Gebiet Sloweniens ist in dem Ort Hosszúfalu zu finden. Die Grabsteine sind in hebräischer Sprache verfasst, außerdem sind einige nach Jerusalem gerichtet. In dem Friedhof von Hosszúfalu wurden die ersten Beisetzungen 1850 ausgeführt. Der letzte in Lendva lebende Bürger jüdischer Herkunft verstarb 2002.
Pfarrkirche der Heiligen Katharina
In der näheren Umgebung Lendvas existierte bereits im 9. Jahrhundert eine Kirche, da eines der von dem Salzburger Erzbischof Liupram in den Jahren um 850 eingeweihte Kirche an der Mur befand sich in dem Lindolveschiricun, also auf dem heutigen Gebiet von Lendva. Die Kirchen der Siedlung wurden vermutlich im einstigen Stadtkern, also an der Stelle errichtet, wo sich die Siedlungen Lendva und Hosszúfalu grenzen, in dem heutigen Stadtteil der nach dem Heiligen Johannes benannt ist.
Die Errichtung des heutigen Bauwerks der römisch-katholischen Pfarrkirche der Heiligen Katharina hat eines der Damen der Esterházy Familie – damals Dame des Schlosses und Patronin der Kirche – in Auftrag gegeben, während die Bauarbeiten von 1749 bis 1751 dauerten. Der Pfarrbezirk von Lendva führt die Taufregister nach einer der Quellen seit 1692, nach der anderen seit 1713. An heutiger Stelle der Kirche war das erste sakrale Bauwerk die von Kristóf Bánffy 1608 errichtete Holzkirche, was einige Jahrzehnte später einer Feuersbrunst zum Opfer fiel.
In folge dessen entstand ein anderes Gebäude das ebenfalls nicht von Dauer war. Die jetzige Kirche wurde im barocken Stil erbaut. Das Innere ist mit fünf durch Statuen ausgeschmückte barocke Altäre, sowie mit einem über dem Altar hängenden, den Heiligen Katharina dem Schutzheiligen der Kirche darstellenden Gemälde verziert. Im Bereich unter dem Schrein der Pfarrkirche von Lendva befindet sich eine gebaute Gruft. Ihr Eingang wurde bei Sanierungsarbeiten 1936 eingemauert. Anfang der 80-er Jahre wurde der Eingang der Gruft bei dem Einbau der Zentralheizung erneut entdeckt, musste jedoch gemäß dem Dekret der Mariborer Diözese erneut eingemauert werden.
Das Schloss
Die Burg von Alsólendva war zusammen mit der Stadt unter dem Schlosshügel gelegen eines der bedeutenden militärischen Stützpunkte des Burgsystems in der Zeit der Bánffys. Einige zeitgenössische Kupferstiche bezeugen die Größe und den Charakter des Bauwerks. Archäologische Quellen und bekannte geschichtliche Daten beweisen, dass die Burg bereits im 13. Jahrhundert bestand, ihr erster Burgherr war Hahold III., Begründer der Bánffy-Dynastie, der auch den Vornamen Lendvay annahm. Die Bánffys hatten die Burg und die Umgebung von Lendva bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts unter ihrem Besitz. Als Besonderheit zu erwähnen ist, dass König Matthias Corvinus sich einige Male in der Festung aufhielt, übernachtet hat hier auch seine italienische Verlobte, seine zweite Frau Königin Beatrix von Neapel, sowie seine Mutter Erzsébet Szilágyi. Ihre heutige Form erhielt die Burg bzw. das Schloss in der Mitte des 18. Jahrhunderts, als das baufällige Bauwerk von der Esterházy Magnatenfamilie (die neuen Besitzer) als Zeichen ihrer Dankbarkeit und Wertschätzung gegenüber dem Spender Kaiser bzw. König Leopold I., in ein L-förmiges (der Bushstabe „L“ symbolisierte den Anfangsbuchstaben des Kaiserlichen Namen) Barockschloss umgebaut wurde. Die Grundrisse für den Umbau entstanden bereits Anfang des 18. Jahrhunderts. Heute beherbergt das Schloss die Anstalt Galerie und Museum von Lendva. Das Gebäude ist Austragungsort für verschiedene Ausstellungen, unter anderem ist hier der zu Ehren des berühmten Sohnes der Stadt, dem Bildhauer György Zala eingerichteter Gedenkraum zu besichtigen.

Die Kapelle der Dreifaltigkeit
In dem Teil des Lendva-hegy, der Csonka-domb (Csonka-Hügel) genannt wird, wo einst der Burgverteidigung dienende militärische Festung stand, wurde der Austreibung der Türken aus Ungarn lobend und würdigend, 1727-28 eine Kirche im barocken Stil erbaut (die örtliche Bevölkerung bezeichnet das Bauwerk, dass die Dreifaltigkeit als Patron hat, vorwiegend Kapelle). Der Hauptunterstützer der Bauarbeiten war die Familie Gludovácz. In der Reihe der Stifter kann auch Kapitän Mihály Hadik, der Vater des berühmten András Hadik, Feldherr von Maria Theresia erwähnt werden, dessen Leichnam seit seinem 1733 eingetretenen Tode in der Gruft der Kapelle zur Ruhe gesetzt wurde. Später wurden die sterblichen Überreste des Mihály Hadik – unter interessanten Begebenheiten – in einem Glassarg überführt, und an einer exponierten Stelle, nämlich in dem Teil des Kircheschiffes der sich unter dem Chor befindet platziert. Über Mihály Hadik, der sich in den Kampfhandlungen der Türkenkriege und besonders in den Befreiungskampagnen der südlichen Landeshälfte Ungarns hervortrat, kursieren in der Umgebung von Lendva etliche Legenden. Die Grabstätte neben der Kapelle ist vermutlich der älteste geordnete Friedhof der Stadt.
Kurze Vorstellung einiger wichtigen Bauwerke von Lendva
Das einstige Hotel Korona, heute das Rathaus von Lendva
Auf dem Gebäude des einstigen Hotels Korona sind sowohl bauliche Elemente des Barock, als auch der Renaissance aufzufinden. Anfangs war es Hotel mit Gutem Ruf, heute funktioniert es als Rathaus (seit 2006). Die einstigen Besitzer des Baukomplexes, die Esterházys, haben das mittlere Teil gebaut, dass als Gasthaus fungierte. Die Sparkasse von Lendva hat den Abschluss des erfolgreichen Geschäftsjahres mit der Erwerbung der Gebäude gefeiert. Anschließend haben die neuen Besitzer es ausgebaut und es als renommiertes Hotel eröffnet.

Villa des Notars Oszkár Laubhaimer, heute Bibliothek
Zu den neobarocken Gebäuden gehörend, wurde es 1906 errichtet. Es handelt sich um eine außergewöhnliche bauliche Schöpfung. Das hektische Äußere wirkt durch die vier Tourellen, der barocken Kartusche und dem dekorativen Abschluss anziehend. In Anbetracht der Ganzheit des Bauwerkes ist sowohl das kleine, im Hof befindliche Gebäude von Bedeutung – der einst den amtlichen Räumlichkeiten des Notariats platz bot – als auch der mit künstlerischem Anspruch angefertigter Hofzaun.
Ein Bauwerk im Stile der Sezession
Kennzeichnende Elemente der Sezession sind im Gebäude unter Fő utca 46. zu finden, wo einst die Druckerei und Papierhandlung des Ernő Balkányi arbeitete. Das Haus wurde 1907 nach den Plänen von László Takáts erbaut. Der Planer verwendet aus der Volkskunst bekannte Zierelemente, wie zum Beispiel die Motive der Tulpe, der Rose oder des Herzens. Der Baukomplex gliedert sich in drei Teile.
Die evangelische Kirche
In Lendva und Umgebung war die Wirkung der Reformation im 16. Jahrhundert außerordentlich stark. In der Region waren viele Glaubensgemeinschaften tätig. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts waren für einige Jahrzehnte auch die Bánffys aus Alsólendva, Anhänger der Religion. Der erste Geistliche der Stadt war Ferenc Tőke, außerdem war in den 1570-er Jahren der Prediger György Kultsár hier tätig, der seinerzeit in der Druckerei des von den Bánffys nach Alsólendva eingeladenen Rudolf Hoffhalter, drei Bücher in ungarische Sprache veröffentlichen konnte. Vor der Errichtung des sakralen Gebäudes haben mehrere Spender Teile ihres Vermögens der evangelischen Versammlung gespendet, damit diese ein Grundstück für den zukünftigen Kirchenbau erstehen könne. Auf dem auf diese Weise aufgekauften Grundstück, wurde 1906 das Pfarrhaus erbaut. Daneben stand eine Schule. 1934 wurde die evangelische Kirche errichtet, dessen Pendant in der ungarischen Stadt Csorna steht.
Das Kulturhaus von Lendva
Die Pläne des Kulturhauses von Lendva – vorwiegend als Theaterbühne und Konzertsaal erwähnt – wurden von Imre Makovecz erstellt. Der Künstler ist bekannter Vertreter der organischen Baukunst. Die Grundlage dessen bildet einerseits die weitgehende Verwendung von natürlichen Baumaterialien, andererseits die Bestrebung das Bauwerk mit seiner Umgebung in Gleichklang zu bringen. Der Baumeister hat bei der Errichtung der „kulturellen Pilgerstätte“ von Lendva, ebenfalls diesen Stil verfolgt. Folglich offenbart das Gebäude die typischen Kennzeichen der Baukunst von Makovecz. Für viele mag es widersprüchlich sein, in Wahrheit ist es jedoch ein ausgesprochen zweckgerechtes und mit unserem Vermächtnis durchtränktes, modernes Meisterwerk. Die große und modern ausgestattete Bühne, der herrliche Saal, der geräumige Vorplatz und nicht zuletzt das prächtige äußere Erscheinungsbild, zieht die Besucher der Stadt wie ein Magnet an.

Bánffy Zentrum
Bescheidenes Bürgerhaus unter Fő utca 36., von dem einige Teile vermutlich noch in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erbaut wurden. Das Gebäude hat 1887 nachdem er nach Alsólendva zog, der angesehene Anwalt dr. Adolf Wollák erworben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es in staatlichen bzw. gemeindlichen Besitz überführt, schließlich wurde hier 2004 das Bánffy Zentrum eingerichtet, die eine wichtige kulturelle Anstalt der ungarischen Gemeinschaft des Muravidék und der Region allgemein darstellt.

Quellen:
1. Štefan Galič – Szúnyogh Sándor – Dr.Tomka Miklós: Mesto na razglednicah v letih 1898 do 1945 / Alsólendva képes levelezőlapokon1898-tól 1945-ig (Alsólendva auf Postkarten von 1898 bis 1945)
2. Zbirka monografije OBČINA LENDAVA (Monographische Sammlung der Gemeinde Lendava)
3. Dolnja Lendava v obdobju meščanstva 1867-1945 / Az alsólendvai polgárosodás korszaka 1867-1945 (Das Zeitalter des Bürgertums in Alsólendva 1867-1945)
4. Göncz László: Fejezetek Lendva történetéből 1920-ig (Kapitel aus der Geschichte Lendvas bis 1920)
5. www.terme-lendava.si , www.lendava-turizem.si
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